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Kann ich nur empfehlen. Sehr sehenswert

Landschaft des Widerstands

Sonja war eine antifaschistische Aktivistin. Sie gilt als erste Partisanin in Serbien und spielte auch in der Widerstandsbewegung im KZ Auschwitz-Birkenau eine tragende Rolle. In dem Dokumentarfilm erinnert sich die 97-Jährige an ihr bewegtes Leben. Ihre Geschichte eröffnet Perspektiven für die neuen Generationen des antifaschistischen Engagements.

  • Dokumentarfilm (OmU, F2020, 94min.) Regie: Marta Popivoda Verfügbar vom 30/08/2021 bis 04/11/2021

Der Dokumentarfilm nähert sich dem Thema Widerstand aus zwei Perspektiven. Im Fokus stehen Sonja und ihre Lebensgeschichte: Als Jugendliche erlebte die Serbin in den 30er Jahren mit, wie sich der Faschismus in Europa ausbreitete. Sie politisierte sich in einem Literaturkreis auf dem Gymnasium und kämpfte später als antifaschistische Partisanin im damaligen Jugoslawien. Nach ihrer Deportation ins KZ Auschwitz-Birkenau wurde sie Teil der dortigen Widerstandsbewegung und Anführerin einer aktivistischen Gruppe.
Ergänzt wird dieser historische Blickwinkel wird durch die aktuelle Perspektive der Autorinnen des Films, Marta Popivoda und Ana Vujanović. Das Künstlerinnen-Paar war in Belgrad in der linken Szene aktiv und lebt heute in Berlin. Über zehn Jahre lang hat es Sonja immer wieder besucht und interviewt. Das dabei zusammengekommene, sehr persönliche Material stellen die Autorinnen in Bezug zu ihren eigenen Erfahrungen, die sie mit der Rückkehr des Faschismus in Europa gemacht haben.

Aktuelle Aufnahmen von den Orten, die Sonjas Jugend prägten, begleiten ihren Bericht: Zu sehen sind die serbischen Berge und Wälder und die schlammigen Felder in Auschwitz, aber auch Sonjas kleine Wohnung in Belgrad, die sie sich mit ihrem Mann und ihrer Katze teilt.

Sonja ist eine begnadete Erzählerin. Sie schildert nicht nur ihre Erlebnisse, sondern macht die Geisteshaltung greifbar, die den Antifaschismus damals aufkeimen ließ.

Zu Ehren der Helden des Zweiten Weltkriegs wurden viele Denkmäler errichtet. Allerdings sind nur wenige davon Frauen gewidmet, und keines einer Auschwitz-Überlebenden. Der Dokumentarfilm möchte Sonja und anderen anonymen Heldinnen und Helden ein alternatives Denkmal setzen. Für die Autorinnen ist Sonja keine monolithische, geschlechtslose Heldin, wie das damalige Regime sie beschrieben hätte. Ihre filmische Hommage, so sensibel wie nachdenklich, enthüllt das „weibliche Gesicht des Krieges“.

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