#historischeromane

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Thornton Wilder - Die Iden des März

Deutsch von Herberth E. Herlitschka

Fischer Taschenbuch Verlag | 1975 | ISBN: 9783596216383
95 / ~2000 :)) #neverendingbookcoverchallenge

Titel der amerikanischen Originalausgabe von 1948 »The Ides of March«

In diesem großen Roman um Leben und Sterben von Julius Cäsar, Wilders erzählerischem Hauptwerk, zeichnet sich sinnlich prägnant Antike unter dem Aspekt ; scheinbar dokumentarischen Berichts ab.
Cäsar: »Das Leben hat keinen Sinn außer dem, den wir ihm geben.«

Über dieses Buch
Jedes einzelne der in diesem Roman aneinandergereihten erdachten Schriftstücke - Briefe, Gesandtschaftsberichte, Zeitungsabschnitte, Tagebücher - zeichnet eine ganz bestimmte Situation, spiegelt einen scharf umrissenen Charakter und fixiert ein bestimmtes Ereignis aus den Monaten vor der Ermordung Caesars. So entsteht Wilders römisches Mosaik von den letzten Tagen der Republik, von dem weltumstürzenden Ereignis jener Tage, welches das ganze Buch bis in die persönlichsten Äußerungen der Zeitgenossen hinein beherrscht. Die vier Bücher des Werkes sind wie kunstvoll übereinandergelegte Schalen, die Caesar, seine Freunde und Gegner lebendig werden lassen. Unversehens wird Wilders Zeitbild zum Symbol für die Verstrickung des Menschen in die Zusammenhänge der Weltgeschichte.

#ThorntonWilder #Rom #Antike #Caesar #Tyrannenmord #HistorischeRomane #Bücher #HarrysRegal

nebukadnezar@sechat.org

Gisbert Haefs - Hannibal

Der Roman Karthagos

Wilhelm Heyne Verlag | 1993 | ISBN: 9783453061323 | Harrys Regal
86 / ~2000 :)) #neverendingbookcoverchallenge

»Ich habe Rom nie gehaßt. Rom oder Syrakus oder Petra oder Athen - sie haben das gleiche Recht. Ich wollte nur, daß Rom dieses Recht auch Karthago zugesteht. Aber Rom gesteht es niemandem zu, nur sich«, schreibt Hannibal einem Freund, dem Hellenen Antigonos, Bankier und Berater der Barkiden, Einwohner von Quart Hadasht, das die Griechen Karchedon und die Lateiner Karthago nannten. Karthago, die reichste und freieste Stadt der Antike, Herrin der Meere, Mutter des Handels und Handwerks, Meisterin der Künste und der Liebe. Antigonos, der Hellene, erzählt die Geschichte Hannibals, Sohn des Hamilkar Barkas, des letzten Heros der freien alten Welt. Dies ist zugleich die Geschichte Karthagos. Aus karthagischer Sicht schildert er die Punischen Kriege zwischen 264 und 146 v. Chr., den Kampf der beiden Großmächte Karthago und Rom als den eines freien, auf liberalen Welthandel bedachten Systems gegen den auf Eroberung und Unterdrückung gerichteten Imperialismus der Weltmetropole am Tiber.

Von der »Geburt eines deutschsprachigen Romanciers« schrieb die Kritik bei Erscheinen von Gisbert Haefs großem epischen Werk. In der Tat ist dem jungen Autor ein äußerst lesbarer, glänzend geschriebener, spannender Roman gelungen, noch dazu ein historischer Roman, »ein Panorama der Antike, das seinesgleichen sucht«, wie Peter M. Hetzel in der Schweizer Illustrierten schrieb. Hannibal ante Portas - das ist in Haefs farbenprächtigen, reich dokumentierten, großangelegten Monumentalszenarien kein Schreckensruf, sondern ein Versprechen für Stunden fesselnden Lesevergnügens.

Gisbert Haefs,
1950 in Wachtendonk am Niederrhein geboren, studierte Anglistik und Hispanistik, war während des Studiums Komponist und Chansonnier. Er ist Übersetzer aus dem Englischen, Französischen und Spanischen, Autor von Kriminal- und Science-Fiction-Romanen und Herausgeber der deutschen Werkausgaben von Jorge Luis Borges, Ambrose Bierce und Rudyard Kipling. Haefs lebt in Bad Godesberg.

#GisbertHaefs #Antike #Afrika #Karthago #Hannibal #HistorischeRomane #Literatur #Bücher #HarrysRegal

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Umberto Eco - Die Insel des vorigen Tages

*Aus dem Italienischen von Burkhart Kroeber *
Dtv | 1995 | ISBN: 9783423123358 | Harrys Regal
84 / ~2000 :)) #neverendingbookcoverchallenge

Stolto! a cui parlo? Misero! Che tento?
Racconto il dolor mio
a l'insensata riva
a la mutola selce, al sordo vento ...
Ahi, ch'altro non risponde
che il mormorar de l'onde!*

Giambattista Marino, »Eco«, La Lira, 3, XIX

* Tor! Zu wem spreche ich? Elender! Was versuche ich?
Ich erzähle mein Leid
der gefühllosen Küste
dem stummen Stein, dem tauben Wind ...
Ach, und es antwortet nichts
als das Murmeln der Wellen!

Wir schreiben das Jahr 1643. Die Niederlande kämpfen gegen die spanische Krone, in Deutschland wütet der Dreißigjährige Krieg. In Frankreich herrscht der Absolutismus. Die Epoche des europäischen Barock, das Zeitalter der Aufklärung hat begonnen, und die Erde ist nicht mehr Zentrum des Universums. - Mitten in dieser turbulenten Zeit ist Roberto de La Grive, ein junger Piemontese, in geheimer Mission und in allerhöchstem Auftrag unterwegs. Er ist nach einer abenteuerlichen Jugend nach Paris gekommen und dort in antiklerikale Kreise geraten. Jetzt wird er von Kardinal Mazarin persönlich vor die Wahl gestellt: Entweder verliert er Kopf und Kragen, oder er muß als Spion im Dienste Frankreichs einem Geheimnis auf die Spur kommen, das zu enträtseln sich die seefahrenden Großmächte verzweifelt bemühen - dem Geheimnis des Festen Punktes, der die Längengrade bestimmt...
Es war Nacht, er war eingenickt und hatte nicht bemerkt, daß er auf das Schiff zutrieb, bis das Brett mit einem leichten Erzittern an den Bug der »_Daphne
« gestoßen war.
Roberto de La Grive, unterwegs mit einer geheimen wissenschaftlichen Expedition, erleidet Schiffbruch in der Südsee und landet nicht auf einer einsamen Insel, sondern auf einem Schiff voller exotischer Pflanzen und Vögel, Meßinstrumente und merkwürdiger Gerätschaften. Wieder zu Kräften gekommen, merkt er, daß er auf dem Schiff nicht allein ist..._

#UmbertoEco #Schiffbruch #Datumsgrenze #Seefahrt #Längenproblem #Südsee #Literatur #historischeRomane #Bücher #HarrysRegal

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Tanja Kinkel - Die Schatten von La Rochelle

Wilhelm Goldmann Verlag | 1998 | ISBN: 9783442440849 | Harrys Regal
82 / ~2000 :)) #neverendingbookcoverchallenge

Man schreibt das Jahr 1640. Während in Europa Glaubenskriege und Herrscherkämpfe toben, stößt in Frankreich ein Mann in das Zentrum der Macht vor: Richelieu, Kardinal und Erster Minister Ludwigs XIII. Er wird beneidet, bewundert und zutiefst gehaßt.
Aber nur ein einziger Mensch steht ihm wirklich nahe: seine Nichte Marie, die Herzogin von Aiguillon. Nur ihr, die ihre Verletzlichkeit hinter kühler Disziplin und scheinbar unerschütterlicher Gelassenheit verbirgt, schenkt der Kardinal seine Zuneigung und sein Vertrauen; ihm hat sie ihr Leben gewidmet. Aber als Marie den mysteriösen Paul d'Irsdmasens kennenlernt, ist sie nicht mehr Herrin ihres Schicksals und ihrer Gefühle. Während Verschwörer nach Richelieus Leben trachten und die Schatten seiner Vergangenheit ihn einzuholen beginnen, geht Marie durch ihr ganz persönliches Fegefeuer - bis das Überleben ihres Onkels allein in ihren Händen ruht. Und der Schlüssel zu all dem liegt in La Rochelle ...

Nachwort von Tanja Kinkel:
»Es begann natürlich alles mit Alexandre Dumas. Die Schurkin der Drei Musketiere, Mylady de Winter, gehört zu meinen Lieblingsfiguren, und ich wollte eigentlich einen Roman über sie schreiben. Aber bei der Recherche stieß ich auf zwei Schwierigkeiten. Zum einen gibt es da einige Ungereimtheiten in Mvladys Vergangenheit: Athos erzählt, sie seien monatelang glücklich verheiratet gewesen, bis er durch Zufall - genauer gesagt, durch einen Reitunfall - die eingebrannte Lilie auf ihrer Schulter entdeckte. Worauf er, ohne erst lange zu fragen, wie sie dazu kam, sie an Ort und Stelle beinahe erwürgte. Abgesehen davon, daß dies an Selbstgerechtigkeit kaum zu überbieten ist - wieso brauchte er als ihr Ehemann erst einen Reitunfall, um ihre Schulter zu sehen?
Zum anderen wurde, während ich mich in das Umfeld einlas, das historische Vorbild für Myladys Arbeitgeber, Kardinal Richelieu, immer faszinierender. Als ich schließlich auf die Lieblingsnichte Seiner Eminenz stieß, Marie de Vignerot, Madame de Comebalet, die Herzogin von Aiguillon - suchen Sie sich einen Namen aus -, schlugen sie vereint Lady de Winter aus dem Feld. (Spuren ihrer Persönlichkeit finden sich noch in Margot und Anne d'Irsdmasens; ich konnte sie nicht ganz aufgeben.)
Erfunden sind in meinem Roman nur Charlotte und - leider - die gesamte Familie d'Irsdmasens. Nicht daß die Historie nicht abenteuerlich genug wäre. Der Tag der Geprellten zum Beispiel, mit seinen Geheimgängen und hochdramatischen Auftritten, könnte direkt aus einem Melodrama stammen, hat sich aber tatsächlich so abgespielt. Und Marie erhielt in der Tat später einen Brief von der Königinmutter, in der sie um ihre Vermittlung gebeten wurde, wie Marie-Louise de Nevers sie ebenfalls - mit Erfolg - um die Beseitigung der Korrespondenz mit Cing Mars bat.
Richelieu hatte Marie zu seiner Testamentsvollstreckerin und außerdem zum Vormund und zur Vermögensverwalterin für den Erben des Herzogtitels, den Sohn ihres Bruders, gemacht, was in Familienkreisen einige Stürme hervorrief. (Ihr Bruder beriet sich mit seinen Anwälten, und die Brézes, die sich düpiert fühlten, gingen zusammen mit den Condés vor Gericht.) Aber sie wurde damit fertig und hatte bald nicht nur die enttäuschten Familienmitglieder, sondern auch die Königin dazu gebracht, sie gegen Condé - der bis zur Fronde weiter prozessierte - zu unterstützen.
Noch im Jahr von Richelieus Tod schenkte Marie der französischen Kolonie in Kanada zehn Millionen Écus, die erheblich zum Überleben der Kolonisten beitrugen und die Gründung der Siedlung Ville-Marie ermöglichten. Ich glaube, daß Charlotte und Matthieu sich dort niedergelassen haben.
Die letzten Worte Richelieus an Marie sind authentisch und bildeten einen der Grundsteine für den Roman.
Abschließend möchte ich mich bei zwei Menschen bedanken, die mir auch diesmal während der schwierigsten Phase, der Korrektur, zur Seite standen: Hans-Paul Raab und Zeus.
Grand merci de mon cœur.
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Pearl S. Buck

*26. Juni 1892  †6. März 1973  

Pearl S. Buck

amerikanische Schriftstellerin

Das Mädchen Orchidee

Der Roman erzählt das Leben der chinesischen Kaiserinwitwe Tsu Hsi (Cixi) von ihrer Jugend, in der sie in den kaiserlichen Harem aufgenommen wurde bis ca. 1900, also bis nach dem Ende des Boxeraufstandes und dessen Niederschlagung. Die Erzählung ist fiktiv und von der 1910 erschienen Biographie von Edmund Backhouse und John Bland maßgeblich beeinflusst. Die Biographie schildert Tsu Hsi als machtgierige und skrupellose Herrscherin; Pearl S. Buck schildert ihre Hauptperson entsprechend als eine Frau, die zielstrebig und geplant ihre Karriere am kaiserlichen Hof angeht. Quelle

In den 1970er Jahren wiesen verschiedene Historiker wie Hugh Trevor-Roper nach, dass die chinesischen Quellen, auf die sich Edmund Backhouse stützte, Fälschungen waren. Die moderne Geschichtsschreibung zeichnet heute ein deutlich nüchterneres Bild der letzten Regentin Chinas als Backhouse: Nur weil Cixi den einzigen Sohn des Kaisers gebar, konnte sie innerhalb der Palasthierarchie aufsteigen. Nach der Macht griff sie anscheinend nur, weil Streitigkeiten um die Nachfolge des toten Kaisers sowohl ihr Leben wie auch das Leben ihres Kindes in Gefahr brachten. Quelle


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