#adorno

berternste2@diasp.nl

Wie extreemrechts wil doorgronden moet dit boek over de Frankfurter Schule lezen

Trouw

(...) Dit deeltje gaat over de Frankfurter Schule, een groep Duitse intellectuelen die in de eerste helft van de twintigste eeuw verbonden waren aan het Institut für Sozialforschung in Frankfurt en zich daar toelegden op kritische theorie, een door Marx en Freud geïnspireerde, maatschappelijk betrokken onderzoeksmethode.

Deze filosofen, sociologen en psychoanalytici bogen zich vooral over de vraag: waarom lukt het onze hoogontwikkelde beschaving maar niet om het kwaad uit te bannen? De Verlichting beloofde dat met wetenschappelijke, economische en technologische vooruitgang ook politieke en morele emancipatie van de mensheid gepaard zou gaan, maar helaas: we hebben, ondanks al onze ontwikkeling, nog altijd te maken met onderdrukking, met de Holocaust als moreel dieptepunt. Is er nog hoop voor de rede? (...)

(Tekst loopt door onder de afbeelding.)

Omslag boek

Wat opvalt is hoe sterk de uitdagingen waar de Frankfurters mee te maken kregen lijken op de uitdagingen van onze tijd: hoe de kapitalistische cultuurindustrie de kunsten tot consumptieartikelen maakt en zo het maatschappijkritische potentieel ervan smoort. Hoe ideologie tot polarisatie leidt en de democratie uitholt. Hoe we vervreemd raken van onszelf en de natuur. Hoe de rede een instrument is geworden waarmee elk individu via eigen onderzoek tot eigen waarheden komt die de ideologie bevestigen in plaats van de mensheid juist van ideologische oogkleppen te bevrijden. Hoe antisemitische complottheorieën en het charisma van autoritaire persoonlijkheden voor veel mensen aantrekkelijk blijkt. (...)

Hele artikel

Tags: #nederlands #boeken #Frankfurter_Schule #horkheimer #adorno #marcuse #benjamin #habermas #marx #freud #vervreemding #natuur #consumptie #cultuurindustrie #polarisatie #antisemitsime #comlottheorie #ideologie

mikhailmuzakmen@pod.geraspora.de

#politik #gesellschaft #integration #assimilierung #faschismus #adorno #kritische-theorie #frankfurter-schule #czollek #desintegriert-euch

Integration – eine Frankfurter Perspektive

Neues Jahr, neues Glück? Nicht ganz. Deutschland führte mal wieder eine „Integrationsdebatte“. Bessere Debattenbeiträge bringt auch das Jahr 2023 nicht. Fündig wurde ich bei einer Vorlesung von Theodor W. Adorno von 1964. (Von Lukas Geisler)

Was ist das eigentlich schon wieder passiert? Silvesternächte scheinen unter keinem guten Stern zu stehen. Rassistische Entgleisungen folgten auf krude anmutende Kausalketten, die in Folge hergestellt wurden. Als Brandbeschleuniger fungierte die Berliner Polizei, die wahllos mit Zahlen um sich warf. Dann – einige Tage später – ein Tagesthemen-Beitrag, der den ach so bösen postmigrantischen Rap für die Ausschreitungen verantwortlich machte, denn dieser sei staats- und polizeifeindlich. Das motiviere migrantisierte Jugendliche zu Gewalt. Wow. Das ist Qualitätsjournalismus.

Ich könnte jetzt rassistische Argumentationslinien enttarnen. Aufzeigen, was das Problem daran ist, dass die Berliner CDU denkt, dass es gerechtfertigt sei, die Offenlegung Vornamen von Menschen zu verlangen, die einem Ermittlungsverfahren ausgesetzt sind. Dann würde ich betonen, dass Vornamen nichts aussagen, dass allein schon die Kategorie „Migrationshintergrund“ problematisch ist, da sie impliziert, wer dazu gehört und wer nicht. Doch wenn aus Rap über die Gewalt rassistischen Polizierens Gründe für eine „fehlgeschlagene Integration“ werden, dann muss man vielleicht nochmal einmal mit den Grundlagen anfangen.

Frankfurter Schule – Eine Frankfurter Perspektive

Auch fünf Jahre nach der Veröffentlichung nehme ich immer noch gerne Max Czolleks Essay „Desintegriert euch!“ zur Hand. Doch heute möchte ich noch einen Schritt weitergehen. Erstaunlicherweise findet sich bei Theodor W. Adorno, der Hauptvertreter der Kritischen Theorie – auch genannt Frankfurter Schule – schon aus den 1960ern aufschlussreiche Gedanken zum Begriff der „Integration“. Nun ist Adorno nicht der zugänglichste Denker. Ich möchte es trotzdem versuchen und seine Ausführungen für ein breiteres Publikum ausbreiten. Ich hoffe, es gelingt mir.

Auch noch heute können wir davon einiges lernen. Aktualität büßen seine Gedankengänge auch nicht ein, obwohl Adorno „Integration“ noch nicht vor dem Hintergrund der postmigrantischen Gesellschaft problematisiert, sondern Integration in eine gesellschaftliche Einheit per se das Problem ansieht. Gerade das ist die Stärke der Argumentation.

Einheit mit sich selbst

„Integration in Bezug auf die Gesellschaft könne allerdings nur bedeuten, dass das gesellschaftliche Netz immer enger gesponnen wird. Ein engeres Netz bedeutet, dass es immer weniger Sphären oder Räume gibt, in denen Menschen nicht gesellschaftlichen Zwängen untergeordnet sind. „

„Ich glaube“, schreibt Adorno, „dass das, was man Integration nennt […] in Wahrheit und im Ernst doch ein bloßer gesellschaftlicher Schein sei.“ Wer von Integration reden wolle, müsse erst einmal eine Präzisierung der Fragestellung vornehmen. Integration in Bezug auf die Gesellschaft könne allerdings nur bedeuten, dass das gesellschaftliche Netz immer enger gesponnen wird. Ein engeres Netz bedeutet, dass es immer weniger Sphären oder Räume gibt, in denen Menschen nicht gesellschaftlichen Zwängen untergeordnet sind.

Zwar stimmt es, dass das lateinische Wort „integratio“ im Ursprung einen positiven Moment bezeichnete und so viel bedeutet wie „Erneuerung“ und „Wiederherstellung“, was aber heißt dies in Bezug auf eine Gesellschaft. Eine integrierte Gesellschaft wäre also „integriert, insofern sie in sich selbst eine Einheit ist“. Es gäbe keine schlimmere Vorstellung. Warum? Ich will es erklären.

Integration ist ein Prozess von oben

Dies heißt also: Nicht nur, dass in unserem heutigen Gebrauch der Begriff der „Integration“ im Diskurs im Endeffekt meist mit „Assimilation“, also der Einfügung von einzelnen in die Gesellschaft, genutzt wird, sondern allein schon die Vorstellung, dass es sich bei der Gesellschaft um eine Einheit handelt, die mit sich selbst identisch ist, ist problematisch. Wir müssen uns also nicht nur bemühen, wie dies Czollek ausführlich darlegt, aufzudecken, dass es sich bei Forderungen der Integration eigentlich um Assimilation handelt.

„Integration beschreibt ein Prozess der verschiedenen Individuen und Gruppen bis zur Ununterscheidbarkeit gleich werden lässt.“

Adorno betont, dass es sich beim Begriff der Integration um eine Ideologie handelt, die „von oben her sich vollzieht“. Sie ist also nicht nur Schein, sondern auch Herrschaftstechnologie, die von der Standardisierung des Arbeitsprozesses bis hin zur Massenkommunikation reicht. Integration beschreibt ein Prozess, der verschiedenen Individuen und Gruppen bis zur Ununterscheidbarkeit gleich werden lässt. Und dies wird bestimmt „von wenigen, starken Machtgruppen“, die die Kämpfe und die Auseinandersetzungen in der Gesellschaft reduzieren wollen, um ihre Macht zu sichern.

Schöne neue Welt

„Doch auch in der völlig integrierten Gesellschaft, dem Faschismus, bestehen die Widersätze und Unterschiede fort, allerdings in Form von Macht und Ohnmacht. Dort die Mächtigen, hier die Ohnmächtigen.“

Adorno spricht darauffolgend davon, dass die integrierte Gesellschaft „mit einer eisernen Klammer zusammengehalten wird“. Die integrierte Gesellschaft par excellence ist demzufolge der Faschismus, der von einer Einheit des sogenannten Volkskörpers keine abweichenden Individuen mehr zuließ. Sprich: Wer die Gesellschaft, das Politische als Einheit sieht, die es durch Integration wiederherzustellen zu stellen gilt, hat faschistoide Tendenzen. Eine freie Gesellschaft heißt eben nun mal, dass Auseinandersetzungen, Widersprüche und Aushandlungen verschiedenster Art gibt. Doch auch in der völlig integrierten Gesellschaft, dem Faschismus, bestehen die Wiedersätze und Unterschiede fort, allerdings in Form von Macht und Ohnmacht. Dort die Mächtigen, hier die Ohnmächtigen.

Doch selbst dort – hinter dem Schleier der völligen Einheit einer integrierten Gesellschaft – offenbaren sich Brüche. Bestens beschrieben hat dies Aldous Huxley in seinem dystopischen Roman „Schöne neue Welt“. In der dort entworfenen fiktiven Welt ist alles bis ins Kleinste geordnet. Alle haben ihren Platz. Alles ist darauf ausgerichtet, die Stabilität, die Unveränderlichkeit der Gesellschaft zu gewährleisten. Alles wird durch Indoktrination, Drogen und unmittelbare Befriedigung erstickt. Doch auch wenn es in der schönen neuen Welt heißt „Alle sind glücklich hier“, ist es eben nicht so.

Wer nicht über Prekarisierung reden will, sollte auch über Integration schweigen

„Integration steht dabei der Spontanität sowie der Autonomie und somit der Würde des Menschen entgegen.“

Auch der unserer Gesellschaft ist die Ideologie der Integration nicht fremd, wie wir bei den sogenannten Integrationsdebatten miterleben. Wenn die Klammer vielleicht nicht eisern ist, ist sie vorhanden. Sie zwingt Menschen zusammen. Dies bildet ein stetiges Spannungsverhältnis. Integration steht dabei der Spontanität sowie der Autonomie und somit der Würde des Menschen entgegen. Wir Menschen haben uns in Vorgegebene einzupassen. Der ideologische Schein der Integration gibt vor, die Menschen wären autonom, was allerdings nur Illusion ist. Doch es stimmt auch, dass unter der Oberfläche sich so etwas wie Desintegration abzeichnet. Diese desintegrativen Sphären sind Residuen einer befreiten Gesellschaft.

„Es gäbe viel zu diskutieren. Beispielsweise wie wir trotz der gesellschaftlichen Klammer jeden Menschen möglichst viel Autonomie zugestehen können. Dann müssten wir aber auch über Umverteilung sprechen.“

Dass es an sich ein Problem darstellt, die Gesellschaft als Einheit zu begreifen, da dies faschistische Tendenzen aufweist, ist nicht Teil der Debatte. Und auch, dass die integrierte Gesellschaft auf Kosten unser aller Autonomie geht, bleibt unbeachtet. Wann können wir Integrationsdebatten endlich auf die Müllhalde der Geschichte legen? Es gäbe viel zu diskutieren. Beispielsweise wie wir trotz der gesellschaftlichen Klammer jeden Menschen möglichst viel Autonomie zugestehen können. Dann müssten wir aber auch über Umverteilung sprechen. Bis dahin schließe ich mich Czollek an: Desintegriert euch!
- Alle Zitate stammen aus der 8. Vorlesung folgender Veröffentlichung: Adorno, Theodor W. (2008/1964): Philosophische Elemente einer Theorie der Gesellschaft. Hg. v. Tobias ten Brink und Marc Phillip Nogueira. Frankfurt am Main: Suhrkamp (Nachgelassene Schriften, Abteilung 4, Vorlesungen, Bd. 12).

olladij@diaspora.permutationsofchaos.com
olladij@diaspora.permutationsofchaos.com

Daran, dass #Antisemitismus eben solcher ist, ändert sich nichts, wenn er als #Kunst verkauft wird – und hier geht es nun eben darum, Antisemitismus als Kunst vorzutragen, in der Hoffnung, man könne sich unter dem Label der Kunst tarnen. Dieses Label funktioniert aber über einen Umweg, wenn versucht wird, Antisemitismus hinter einem vermeintlich Globalen Süden zu verstecken, also andere das #Ressentiment vortragen und man selbst dabei auf der moralisch richtigen Seite stehen will.
Die Rede vom „Globalen Süden“ ist dabei doppelt problematisch: Wenn es stimmen würde, dass der „Globale Süden“ wirklich nur antisemitisch zu haben wäre, dann muss diese Perspektive mit aller Entschiedenheit bekämpft werden. Antisemitismus ist Antisemitismus, völlig egal, wer ihn artikuliert. Die Kehrseite ist aber, dass der deutsche Kunstbetrieb selbst so sehr in Provinzialismus und #Kulturalismus verfangen scheint, dass man nur als „Globalen Süden“ gelten lässt, was antisemitisch ist. Damit ist der Blick der #Documenta, am Rande bemerkt, selbst kolonialistisch: Der deutsche Kunstblick auf den „Globalen Süden“ ist essentialistisch, kollektivistisch und homogenisierend, wer nicht antisemitisch ist, scheint nicht dazu zu gehören.

https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/documenta-15-kassel-antisemitismus-postkolonialismus-verweigerung-von-selbstkritik-91713443.html #kassel #postkolonialismus #imperialismus #linke #antizionismus #israel #usa #aufklärung #adorno #horkheimer

olladij@diaspora.permutationsofchaos.com

Philip Zahner: „Adornos #Lenin|ismus“. Anmerkungen zur jüngsten Verballhornung der Kritischen Theorie ( 27.10.2019, Institut für #Wissenschaft und #Kunst, #Wien)
Runde Todestage sind so eine Sache: Oftmals dienen sie nur dazu, den dabei Erinnerten qua Ehrung ein zweites Mal zu Grabe zu tragen. Anlässlich von #Adorno|s 50. Todestag wird diese Tagung der Frage nachgehen, wie sehr Adornos heutige Nachrufer zu diesem Ritual des Vergessens durch Erinnerung beitragen – und worin die Aktualität des kritischen Theoretikers heute besteht.

https://www.mixcloud.com/red-q-read/quergelesen-260722/ #geschichte #kapitalismus #revolution #kautsky #ns #staat #linke

olladij@diaspora.permutationsofchaos.com

In seinem Kolleg bemühte Theodor W. Adorno gelegentlich die #Frankfurt|er Mundart, die er meisterhaft beherrschte. Er sprach dann, wenn er sich beispielsweise zu #Hegel äusserte, «hundsordinär» von «dem seiner #Dialektik», um den Studierenden «Nervenpunkte» einer als kritische Theorie verstandenen #Philosophie nahezubringen. Die nun erschienene, vorzüglich edierte und kommentierte Vorlesung aus dem Wintersemester 1963/64 ist Teil eines mehrgliedrigen Zyklus, der im Opus magnum der «Negativen Dialektik» terminiert.
Die Vorlesungen waren für Adorno immer auch ein Forum, um seine vorläufigen Gedankengänge vorzutragen und sie einer Prüfung zu unterziehen. Wenn er das Auditorium mit «meine Schüler» ansprach, dann kam darin zum Ausdruck, wie sehr er die so adressierten Studenten und Studentinnen als Resonanzboden ernst nahm. Die zweiwöchentlich gehaltenen Vorlesungen, die als Tonbandtranskriptionen vorliegen, beweisen einmal mehr, dass #Adorno zwischen den Rollen zu differenzieren vermochte: der des Hochschullehrers und der des Autors.

https://www.nzz.ch/feuilleton/adornos-vorlesungen-alles-was-sie-ueber-dialektik-wissen-wollen-ld.1689794 #bücher #gesellschaft #metarialismus

olladij@diaspora.permutationsofchaos.com

Die New Yorker Philosophin Linda Martín #Alcoff soll ab dem 29. Juni die »Adorno-Vorlesungen« am traditionsreichen Institut für Sozialforschung (IfS) an der #Goethe -Universität in #Frankfurt am Main halten. Nun steht gegen sie der Vorwurf der Nähe zur antisemitischen #BDS -Bewegung im Raum.
In einem offenen Brief fordern das Junge Forum der #DIG Frankfurt, der Bundesvorstand des Jungen Forums sowie der Verband Jüdischer Studierender #Hessen (VJSH): »Kein Israelboykott im Namen Adornos!« Linda Martín Alcoff vertrete israelfeindliche Positionen, wird in dem Brief behauptet. Als Beleg werden zwei Aufrufe, die Alcoff in der Vergangenheit unterzeichnet beziehungsweise mitverfasst hat, angeführt.

https://www.juedische-allgemeine.de/politik/israelhass-im-namen-adornos/ #pflp #ffm #israel #antizionismus #adorno #kassel #imperialismus #kolonialismus #mbembe #palästina

olladij@diaspora.permutationsofchaos.com

Rechte revisionistische Tendenzen mit ihrem Hautpinteresse der Schuldabwehr werden instrumentell als Popanz einer quasi nicht mehr existenten Kriegsschulddebatte eingeführt, um sich eine echte #Kritik des #Stalinismus zu ersparen. Diese „echte Kritik“ will man in einem letzten Verteidigungsschritt noch an intensive #Literatur auslagern. Man müsse den Stalinismus erst studieren und „verstehen“, um ihn kritisieren zu können.
Dabei sind die Verbrechen #Stalin|s und mittelbar #Lenin|s gegen die Menschlichkeit so offenbar, so offensichtlich, dass eine lebendige, somatische Moral im Sinne #Adorno|s Moralphilosophie Anspruch erheben darf, sich zu distanzieren, in Ekel abzuwenden von den Inszenierungen und Rationalisierungen. Man tut so etwas nicht. Selbst wenn es den Kriegsvorbereitungen gegen die #Nazis tatsächlich genützt hätte – was es nicht hat.
Ein #Kommunismus, der nicht in Schrecken vor dem #Leninismus und dem Stalinismus zurücktritt, ist keiner. Kommunismus, darauf ist zu beharren, bedeutet #Freiheit UND #Gerechtigkeit, bedeutet die Abschaffung von #Folter und #Todesstrafe, bedeutet, vor politischem Mord sicher zu sein und nicht, ihn zu exekutieren, zu glorifizieren und zu rationalisieren.

https://nichtidentisches.de/der-identifikatorische-sog-des-stalinismus/ #china #linke #putin #hongkong #faschismus #propaganda #russland #antisemitismus #nato #antiimperialismus #krieg #geschichte #udssr #usa #ukraine #kasachstan #wirtschaft #finnland #polen #frankreich #mussolini #terror #israel #militär

mikhailmuzakmen@pod.geraspora.de

#kunst #literatur #lyrik #adorno #brecht #kästner #satire

Gedicht im Krieg

  • Von Thomas Gsella

Nach Auschwitz je noch ein Gedicht zu schreiben,
Sei Barbarei: Adornos Diktum steht.
Die Dichter:innen ließen es nicht bleiben.
Als hätt’ die Welt ihr Ende überlebt.

*
Doch was soll ein Gedicht, wenn Städte brennen?
Die Antikriegsgedichte gibt es schon.
Was soll es bringen, Schuldige zu nennen?
Die Namen kennt längst jedes Megaphon.

*
Man könnte über Apfelbäume sprechen
Und wie sich ihr Geäst im Mai verzweigt.
Doch Brecht hat recht: Dies wär fast ein Verbrechen,
Weil es so viele Untaten verschweigt.

*
Man könnte Menschenretter sein statt Reimer:
Die Flüchtenden, sie brauchen Brot und Haus.
Man schmeißt die Tastaturen in den Eimer
Und schaltet den Computer lange aus.

*
Seit Kästner liegt die Wahrheit auf den Tischen:
Das Gute gibt es nur, wenn wir es tun.
Man könnt sich unter die Aktiven mischen
Und dafür sorgen, dass Gehetzte ruhn.

*
All dies wär möglich. Lasst uns den vertreiben,
Der auf die Kunst ja pfeift: Krieg reimt sich nicht.
Man könnte all dies tun! – Und dies zu schreiben,
Nein, dafür braucht man wahrlich kein Gedicht.

andas_cc@diasp.eu

22/24 #Grundeinkommen - Unser Tun nicht mehr primär an ökonomischen Interessen ausrichten

Wer vom Grundeinkommen leben kann braucht sein Tun nicht mehr primär an ökonomischen Interessen ausrichten und kann das machen was er/sie für richtig und gut hält. Auch wer weiter einer Lohnarbeit nachgeht muss sich nicht mehr so stark an den Interessen des Arbeitgebers ausrichten, denn immerhin ist es viel leichter jederzeit zu kündigen.

Vielen Menschen fällt es gar nicht mehr so auf wie sehr alles und jedes in unserer Welt ökonomischen Interessen untergeordnet ist. Vielen Artikeln von Journalist:innen ist anzumerken dass viele Absätze ohne Inhalt sind und nur das Papier füllen sollen. Die dazugehörigen Überschriften sind dann meist Clickbaits. Betroffen sind aber nicht nur Zeitungen und Medien sondern jegliche unsere gesamte Kultur. #Adorno hat diese Entwicklung gut analysiert. Er spricht von #Kulturindustrie.

Es gibt nichts Richtiges im Falschen und ein Grundeinkommen, aber ein Grundeinkommen wäre eine gute Möglichkeit hier gegenzusteuern und Räume zu schaffen, in denen der Profit nicht mehr die Motivation für unser Tun darstellt.

#BGE

https://andas.cc/s/articles/a00008-24-gruende-fuer-ein-bge.html#unser-tun-nicht-mehr-primar-an-okonomischen-interessen-ausrichten

danieleg@joindiaspora.com

"Irrespective of the technological origins of the cinema, the aesthetics of film will do better to base itself on a subjective mode of experience which film resembles and which constitutes its artistic character. A person who, after a year in the city, spends a few weeks in the mountains abstaining from all work, may unexpectedly experience colourful images of landscapes consolingly coming over him or her in dreams or daydreams. These images do not merge into one another in a continuous flow, but are rather set off against each other in the course of their appearance, much like the magic lantern slides of our childhood. It is in the discontinuity of that movement that the images of the interior monologue resemble the phenomenon of writing: the latter similarly moving before our eyes while fixed in its discrete signs. Such movement of interior images may be to film what the visible world is to painting or the acoustic world to music. As the objectifying recreation of this type of experience, film may become art. The technological medium par excellence is thus intimately related to the beauty of nature (tief verwandt dem Naturschönen)."

Text: Theodor W. Adorno, The Culture Industry - Selected Essays on Mass Culture
Image: #mywork

#philosophy #cinema #theory #art #Adorno #quotation #culture #film #aesthetics #beauty #nature

danieleg@joindiaspora.com

"Invitation to the dance. Psycho-analysis prides itself on restoring the capacity for pleasure, which is impaired by neurotic illness. As if the mere concept of a capacity for pleasure did not suffice gravely to devalue such a thing, if it exists. As if a happiness gained through speculation on happiness were not the opposite, a further enroachment of institutionally planned behaviour-patterns on the ever-diminishing sphere of experience. What a state the dominant consciousness must have reached, when the resolute proclamation of compulsive extravagance and champagne jollity, formerly reserved to attachés in Hungarian operettas, is elevated in deadly earnest to a maxim of right living. Prescribed happiness looks exactly what it is; to have a part in it, the neurotic thus made happy must forfeit the last vestige of reason left to him by repression and regression, and to oblige the analyst, display indiscriminate enthusiasm for the trashy film, the expensive but bad meal in the French restaurant, the serious drink and the love-making taken like medicine as “sex”. Schiller’s dictum that “Life’s good, in spite of all”, papier-machér from the start, has become idiocy now that it is blown into the same trumpet as omnipresent advertising, with psychoanalysis, despite its better possibilities, adding its fuel to the flames. As people have altogether too few inhibitions and not too many, without being a whit the healthier for it, a cathartic method with a standard other than successful adaptation and economic success would have to aim at bringing people to a consciousness of unhappiness both general and - inseparable from it - personal, and at depriving them of the illusory gratifications by which the abominable order keeps a second hold on life inside them, as if it did not already have them firmly enough in its power from outside. Only when sated with false pleasure, disgusted with the goods offered, dimly aware of the inadequacy of happiness even when it is that - to say nothing of cases where it is bought by abandoning allegedly morbid resistance to its positive surrogate - can men gain an idea of what experience might be. The admonitions to be happy, voiced in concert by the scientifically epicurean sanatorium-director and the highly-strung propaganda chiefs of the entertainment-industry, have about them the fury of the father berating his children for not rushing joyously downstairs when he comes home irritable from his office. It is part of the mechanism of domination to forbid recognition of the suffering it produces, and there is a straight line of development between the gospel of happiness and the construction of camps of extermination so far off in Poland that each of our own countrymen can convince himself that he cannot hear the screams of pain. That is the model of an unhampered capacity for happiness. He who calls it by its name will be told gloatingly by psycho-analysis that it is just his Oedipus complex."

Text: Theodor W. Adorno, Minima moralia
Image: Portrait of Eddie Davis, Leon and Eddie's, New York, 1948

#Adorno #philosophy #book #happiness #pleasure #quote

danieleg@joindiaspora.com

"Articles may not be exchanged. We are forgetting how to give presents. Violation of the exchange principle has something nonsensical and implausible about it; here and there even children eye the giver suspiciously, as if the gift were merely a trick to sell them brushes or soap. Instead we have charity, administered beneficence, the planned plastering-over of society’s visible sores. In its organized operations there is no longer room for human impulses, indeed, the gift is necessarily accompanied by humiliation through its distribution, its just allocation, in short through treatment of the recipient as an object. Even private giving of presents has degenerated to a social function exercised with rational bad grace, careful adherence to the prescribed budget, sceptical appraisal of the other and the least possible effort. Real giving had its joy in imagining the joy of the receiver. It means choosing, expending time, going out of one’s way, thinking of the other as a subject: the opposite of distraction. Just this hardly anyone is now able to do. At the best they give what they would have liked themselves, only a few degrees worse. The decay of giving is mirrored in the distressing invention of gift-articles, based on the assumption that one does not know what to give because one really does not want to. This merchandise is unrelated like its buyers. It was a drug in the market from the first day. Likewise, the right to exchange the article, which signifies to the recipient: take this, it’s all yours, do what you like with it; if you don’t want it, that’s all the same to me, get something else instead. Moreover, by comparison with the embarrassment caused by ordinary presents this pure fungibility represents the more human alternative, because it at least allows the receiver to give himself a present, which is admittedly in absolute contradiction to the gift.
Beside the greater abundance of goods within reach even of the poor, the decline of present-giving might seem immaterial, reflection on it sentimental. However, even if amidst superfluity the gift were superflous - and this is a lie, privately as much as socially, for there is no-one today for whom imagination could not discover what would delight him utterly - people who no longer gave would still be in need of giving. In them wither the irreplaceable faculties which cannot flourish in the isolated cell of pure inwardness, but only in live contact with the warmth of things. A chill descends on all they do, the kind word that remains unspoken, the consideration unexercised. This chill finally recoils on those from whom it emanates. Every undistorted relationship, perhaps indeed the conciliation that is part of organic life itself, is a gift. He who through consequential logic becomes incapable of it, makes himself a thing and freezes."

Text: Theodor W. #Adorno, Minima Moralia
Image: Ronald Sanderson - Broadlooms christmas window (1965)

#quotation #book #gift #modernity #giving

danieleg@joindiaspora.com

"When a guest comes to stay with his parents, a child’s heart beats with more fervent expectation than it ever did before Christmas. It is not presents that are the cause, but transformed existence. The perfume that the lady visitor puts down on the chest of drawers while he is allowed to watch her unpacking, has a scent that resembles memory even though he breathes it for the first time. The cases with the labels from the Suvretta Hotel and Madonna di Campiglio, are chests in which the jewels of Aladdin and Ali Baba, wrapped in precious tissues - the guest’s kimonos - are borne hither from the caravanserais of Switzerland and the South Tyrol in sleeping-car sedan chairs for his glutted contemplation. And just as fairies talk to children in fairy-tales, the visitor talks seriously without condescension, to the child of the house. The child asks sensible questions about countries and people and she, in the absence of daily familiarity and seeing nothing but the fascination in his eyes, answers with portentous utterances about a brother-in-law’s softening of the brain and a nephew’s marital affrays. So, the child feels himself admitted all at once to the mighty and mysterious league of the grown-ups, the magic circle of the people of sense. With the order of the day - perhaps tomorrow he will be allowed to miss school - the boundaries between the generations too are suspended, and he who at eleven o’clock has still not been sent to bed has an inkling of true promiscuity. The single visit makes Thursday a feast-day and in the hubbub one seems to be sitting at table with all mankind. For the guest comes from afar. Her appearing promises the child a world beyond the family, reminding him that it is not the ultimate. The yearning to plunge into unformed joy, into the pool of salamanders and storks that the child has learned painfully to subdue and block with the frightful image of the black man, the demon who wants to take him away - here he finds it again, without fear. Among those nearest him, as their friend, appears the figure of all that is different. The soothsaying gypsy, let in by the front door, is absolved in the lady visitor and transfigured into a rescuing angel. From the joy of greatest proximity she removes the curse by wedding it to utmost distance. For this the child’s whole being is waiting, and so too, later, must he be able to wait who does not forget what is best in childhood. Love counts the hours until the one when the guest steps over the threshold and imperceptibly restores life’s washed-out colours: “Here I am again / returned from the endless world.”

Text - Theodor W. #Adorno, Minima Moralia
Image - Eadweard #Muybridge, Child running, 1887

#child #quotation #book